Ansegeln der besonderen Art

Am 01. Mai fand wieder das alljährliche Ansegeln der Schweriner Wassersportvereine beim Schweriner Segler-Verein statt, das im Vorfeld von erheblicher Unruhe und Unsicherheit begleitet war.

Der starke Ostwind führte dazu, dass die Eröffnungsveranstaltung an Land vor die Bootshalle des SSV verlegt werden musste. Der Skipperchor des Vereins umrahmte die Ansprache unseres Vorsitzenden mit seinen Liedern.

Die Windbedingungen und der damit verbundene hohe Wellengang hielt eine größere Anzahl von Sportfreunden davon ab, für eine Rundfahrt auf den See zu fahren. Von den ungünstigen Verhältnissen ließen sich etwa 50 Bootsführer aber nicht abschrecken und drehten eine Runde auf dem See.

Demonstration gegen das Befahrensverbot auf dem Schweriner See Anstelle der Ausfahrt auf den See nahmen dann aber bis zu 300 Sportfreunde an der beantragten und genehmigten Demonstration gegen das Befahrensverbot auf dem Schweriner See an der Schlossbrücke teil. Eine unerwartet große Beteiligung. Die Wassersportler bekundeten ihr eindeutiges Missfallen und die Erwartung, dass die Befahrensregelung wenigstens teilweise aufgehoben wird.

In der Nähe hatte sich auch ein Stand des BUND mit einigen Mitgliedern und Hauptberuflichen platziert. In seiner Pressemitteilung hatte der BUND angekündigt, Verstöße gegen das angestrebte Befahrensverbot durch seine Mitglieder registrieren zu lassen. An der Uferkante der Schlossbucht standen dann tatsächlich Personen mit Kameras, um vermutlich Boote und Bootsführer zu registrieren, die die Schlossbucht befuhren. Das Befahren der Schlossbucht anlässlich des traditionellen Ansegelns war aber weder von der Stadt Schwerin, noch von einem Gericht verboten und vom Bundeswasserstraßenamt genehmigt worden. Es gab Stimmen von Wassersportfreunden, die sich bei den Aktivitäten entlang der Uferkante an alte Zeiten erinnert fühlten.

Im Vorfeld des Ansegelns hatte der BUND eine einstweilige Verfügung gegen die Stadt Schwerin beim Verwaltungsgericht Schwerin beantragt. Die Stadt Schwerin sollte damit zur Untersagung einer Demonstration auf der Bundeswasserstraße Schweriner See im Bereich der Schlossbucht zum Schutz der brütenden Wasservögel veranlasst werden. Dieser Antrag lief ins Leere, weil überhaupt keine Demonstration auf dem Wasser vorgesehen war. Nach unserer Kenntnis hat das Gericht deshalb auch keine Entscheidung getroffen. Anlass für diese unsinnige Aktivität des BUND war nur eine missverständliche Formulierung in den Einladungen zum Ansegeln und zur Demonstration an Land.

Der Schutz der Wasservögel ist und war auch nur ein Vorwand, um die Meinungsäußerungen der Wassersportler auf rechtlichem Wege zu ersticken. Warum der Versuch eines Befahrensverbot für die Schlossbucht im Rahmen einer vermuteten Demonstration nur am 01. Mai? Die Schlossbucht wird ganzjährig von mehr oder weniger Booten befahren. Die dahinter stehende Absicht wurde an diesem Tage für jeden mehr als deutlich. Bestätigung findet diese Auffassung auch in der Pressemitteilung des BUND, der den Vertretungsanspruch der „Interessenvereinigung Schweriner Seen und Umland“ (ISSU) für die beigetretenen Vereine bestreitet.

Eine kleine Minderheit versucht, eine große Mehrheit mit ihren kruden Ideen zu majorisieren. Und wenn das nicht gelingt, wird zur Durchsetzung der eigenen Interessen der Rechtsweg gesucht. Die von der Geschäftsführerin des BUND aktuell behauptete Gesprächsbereitschaft ist eine große Nebelkerze. In allen bisherigen Gesprächen hat sich der BUND einem Kompromiss verweigert und seine maximalen Forderungen mit allen Mitteln durchgesetzt. Offensichtlich hat die Durchsetzung der aktuellen Befahrensregelung für den BUND eine sehr hohe Priorität mit Grundsatzcharakter, bei der Kompromisse nicht erwünscht sind.

Wie oft bei den großen professionellen NGO´s geht es letztendlich um Einfluss, Machtdurchsetzung und Geld. Um die finanzielle Schlagkraft des BUND einzuschätzen, ist ein Blick in den Jahresbericht des BUND angeraten. Der BUND hat zusammen mit seinen Landesverbänden im Jahr 2015 Einnahmen in Höhe von EUR 46 Millionen generiert. Ein ungleicher Gegner für die heimatlichen Wassersportvereine des Schweriner Sees.

Aus den Veröffentlichungen des BUND geht eindeutig hervor, dass der Verband mit den bisher erreichten Zielen nicht zufrieden ist. Es bestehen bei den Wassersportvereinen der Eindruck und die Erwartung, dass erst dann alles gut sei, wenn es auf dem Schweriner See keine Boote mehr gibt. Da steht den Wassersportlern und Seenutzern in nächster Zeit noch einiges bevor.

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