Managementplan Schweriner Seen und Naturschutzgebietsbefahrensverordnung

Seit zwei Jahren beteiligen wir uns gemeinsam mit der Initiative ISSU an der Erstellung eines Managementplanes für das Vogelschutzgebiet Schweriner Seen. Nach mehreren Diskussionsrunden mit dem fachlich zuständigen Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmeckelnburg (StALU) und mehreren Stellungnahmen ist dann im November 2015 der Managementplan vorgelegt worden. Eine Reihe von inhaltlichen Bedenken und Ideen, die die Wassersportler in den Prozess eingebracht haben, sind dabei nicht berücksichtigt worden. So insbesondere unsere Erhebungen zum Bootsverkehr. Insgesamt kommt der Plan aber zu dem Ergebnis, dass die Situation auf dem Schweriner See für die Wasservögel günstig ist. Lediglich der Haubentaucher während der Mauserzeit muss besonders gehegt werden. Wie das geschehen kann, ob die vorgeschlagenen Maßnahmen effektiv sind und zu der Frage, ob die anderen Nutzer des Sees genügend berücksichtigt werden, gibt es nach wie vor verschiedene Ansichten. Insgesamt ist aber ein (Entwurf-) Ergebnis herausgekommen, welches Einschränkungen nur in verhältnismäßig geringen Maße beinhaltet und unsere größten Befürchtungen nicht wahr werden lässt.

Unser erstaunter waren wir, als wir im Herbst erfahren haben, dass das Landwirtschaftsministerium des Landes beim Bundesministerium für Verkehr ein Befahrensverbot für die Wasserflächen vor den Naturschutzgebieten Kaninchenwerder und Ziegelwerder beantragt hat. Diese Verordnung, die dann Ende Oktober in Kraft getreten ist, enthält wesentliche Einschränkungen für das Befahren der Wasserfläche an den Inseln Kaninchenwerder und Ziegelwerder. Diese Naturschutzgebiete existieren seit den 30er Jahren. Jahrzehnte ist man ohne die Sperrung der Wasserflächen ausgekommen. Auch die Studien, die zum Vogelschutzgebiet erstellt worden sind, sehen die Notwendigkeit von Sperrungen an und zwischen den Inseln nicht vor. Deshalb ist es sehr verwunderlich, dass dasselbe Ministerium welches für das StALU zuständig ist, auf einem anderen rechtlichen Wege versucht eine Sperrung durchzusetzen. Dies insbesondere, weil die Wassersportler in einem regen Informationsaustausch mit dem StALU standen. Und selbstverständlich wäre die Diskussion zum Vogelschutzgebiet anders verlaufen, wenn man gewusst hätte, dass eine besondere Schutzzone um die Inseln kommt, dann wären Schutzbereiche in anderen Teilen des Sees nicht erforderlich gewesen.

Um über diese und die Entwicklung zum Managementplan zu informieren lädt der SSV gemeinsam mit dem SVTh zu einer Informationsveranstaltung

am Mittwoch, den 20. Januar 2016 um 19:00 Uhr in den Saal des Bootshauses des SSV ein.

Frank Preuß
Umweltschutzwart

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