Bericht zum Stand des Managementplan Vogelschutzgebiet Schweriner Seen

Wie auch aus der Presse zu entnehmen war, tagen mittlerweile die begleitenden Arbeitsgruppen zur Beratung von konkreten Maßnahmen zum Schutz der Vogelwelt. Dabei werden einzelne Buchten und Uferabschnitte besprochen und geschaut, wie man in dieser Bucht diesen oder jenen Vogel durch bestimmte Maßnahmen besser schützen kann.

Die grundsätzlichen Bedenken, die wir Wassersportler vor ab an der Erhebung der Daten gemacht haben, wurden nicht ausgeräumt. Trotz der Kritik an vielen Punkten sah sich das StALU nicht in der Lage aktuelle Daten zu erheben. Das Amt hat an seinem ursprünglichen Plan der Erarbeitung des Managementplans festgehalten. In den Arbeitsgruppen zeichnet sich bereits jetzt ab, dass es der Wunsch des StALU ist, einen ca. 30 m breiter Streifen vom Ufer vom Wassersport gänzlich freizuhalten. Trotz mancher Verständigung über einzelne Bereiche zeichnet sich insgesamt keine Lösung ab.

Leider ist die Presseberichterstattung über die Verhandlungen nicht sonderlich differenziert. Ob es zu freiwilligen Vereinbarungen kommen wird, ist zurzeit noch völlig unklar, denn es sind viel zu viele offene Fragen bislang nicht beantwortet worden.

Bereits im Vorfeld hatten die Wassersportler eine Reihe von Bedenken an der Erhebung der Daten geäußert und gefordert, dass neue Daten erhoben werden. Dem ist das StALU nicht nachgekommen. Durch die Initiative des Sportfreundes Eike Klemkow haben wir jetzt, hinsichtlich der Verkehrsbelastung mit Booten auf dem See eigenes Datenmaterial erhoben. Der Sportfreund Klemkow hat selber an den Tagen an dem er auf dem See war umfangreich die Boote auf dem See gezählt. Zusätzlich hat er einen Bekannten gebeten mit seinem Sportflugzeug den See zu überfliegen und ebenfalls die Boote zu zählen. Diese Zählungen kommen selbst bei der Berücksichtigung großer Unsicherheitsfaktoren zu einer ganz anderen Verkehrsbelastung auf dem Schweriner See als in den Zählungen, die die Gutachtervorgenommenhaben.

Dies deckt sich mit unserer von je her geäußerten Vermutung, dass die Verkehrsbelastung durch Freizeitboote auf dem Schweriner See sehr gering ist. Hinzu kommt, dass nach wie vor nicht dargelegt worden ist, dass der Bootsverkehr überhaupt einen nennenswerten Einfluss auf den Bestand der Wasservögel hat oder ob nicht vielmehr ganz andere Faktoren viel entscheidender für den Bestand auf dem See sind.

Die Erarbeitung des Managementplanes bedarf daher weiterhin der kritischen Begeleitung. Ob, und ggf. welche Maßnahmen ergriffen werden sollen, wird man sehen. Selbstverständlich werden wir Segler auch weiterhin Rücksicht auf die Natur nehmen und insbesondere nicht in Schilfgürtel einfahren.

Gerne darf mir jeder seine Erfahrung mit der Vogelwelt und dem Umweltschutz auf dem See schildern. Insbesondere Erfahrungen mit der Fluchtdistanz des Haubentauchers interessieren mich. Die von den Gutachtern angenommene Fluchtdistanz von 30 m halte ich für übertrieben. Wer hier eigene Beobachtungen schildern kann, möge mir dies bitte mitteilen.

an: umweltschutzwart@schweriner-segler-verein.de

Frank Preuß
Umweltschutzwart

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