Punktlandung

Vergangenen Samstag endete in Weymouth die erste wichtige Regatta für mich. Die Skandia Sail for Gold Regatta, die eine von drei Qualifikationsregatten für die Olympischen Spiele ist. In einem WM starken Feld von 91 Schiffen, belegte ich einen hervorragenden 10. Platz. Das ist mit Abstand mein bestes Ergebnis diese Saison und hat mir gleich 11 Punkte für die Quali beschert.
Eine Woche lang kämpften über 1000 Athleten auf dem zukünftigen Olympiarevier, bei Sturm und Regen um die Medaillen. Am ersten Tag der Woche ließ uns Rasmus jedoch erst warten. Da wir uns die Bahn auf der wir segelten mit den Laser Standards teilen mussten und wir abwechselnd von Tag zu Tag andere Startzeiten hatten, durften wir gleich etwas länger warten. So schickte uns die Wettfahrtleitung erst um 17 Uhr aufs Wasser. Als ich auf den Kurs kam und unser Startschiff sah, wusste ich gleich, dass wir ziemlich viel Strömung hatten. Denn unser Startschiff zeigte mit dem Heck zum Wind und nicht wie gewohnt mit dem Bug. Von den Standards erfuhren wir gleich, dass der Strom auf der linken Seite des Kurses stärker sei als auf der rechten. Das bedeutete, dass man auf der Kreuz links links fahren musste, da man vom Strom mehr geschoben wurde und auf den Vorwinden genau die andere Seite wählen oder vielmehr den direkten Weg suchen musste.
Bei 91 Schiffen starteten wir in zwei Gruppen und ich war an diesem Tag in der zweiten. So konnte ich mir den Start der vorigen Gruppe anschauen. Die meisten Boote starteten wie erwartet auf der linken Seite und nur wenige in Luv. Ich sah mir die Boote in Luv nach dem Start genauer an. Sie schienen keinen Nachteil zu haben. Sie konnten frei auf die linke Seite fahren und kamen vor denen die Links waren vorne vorbei. Es war keine Startseite bevorteilt und der Wind schien recht konstant. Also entschied ich mich, rechts zu starten und nach links durchzubrechen. Ich legte einen perfekten Start hin und konnte frei fahren. Machte genau 2 Wenden auf dieser Kreuz und rundete die erste Marke mit 50 m Vorsprung vor allen anderen. WOW
Das war auf jeden Fall mal ein gelungener Start in den Wettkampf. Zum Ende des Rennen wurde es jedoch noch ziemlich spannend. Auf dem letzten Vorwind näherten sich zwei andere sehr schnell und es hätte wirklich eng werden können. Doch dann kam die Jury und Pfiff gleich zwei mal und gab beiden Booten eine gelbe Flagge. Somit mussten sie erstmal zwei Kringel ziehen. Ich hatte damit wieder ausreichend Platz und fuhr überglücklich als erste ins Ziel ein.
Die nächsten Tage brauchten wir uns was den Wind angeht nicht mehr sorgen. Den Rest der Woche hatte es reichlich Wind gegeben und so einige an ihre Grenzen gebracht. Bei mir allerdings hat sich das viele Konditionstraining zum ersten mal wirklich bemerkbar gemacht. Ich fühlte mich über die ganze Woche fit und die Beine schienen erst am letzten Tag etwas zu schmerzen. Meine Starts passten endlich und der Speed war voll in Ordnung. Mit konstanten Ergebnissen unter den Top 10 lag ich zwischendurch sogar auf Platz 7. Leider verlief der letzte Finaltag nicht so gut für mich aber ich weiß woran es lag und werde hoffentlich beim nächsten mal nicht diese Fehler machen.
Der Einzug ins Medal-Race war wahrscheinlich für alle etwas überraschend aber wie man sieht ist es möglich.
Das Medal-Race fand auf den Innenbahnen im Hafen statt. Dort war es ziemlich tricky und ich legte nicht gerade meine beste Performance ab aber das war mir egal. Am Ende wurde ich 10. in einem Weltklasse-Feld und kassierte 11 wichtige Punkte für die Quali.
Als nächstes steht die Kieler Woche an. Auf meinem Weg zu den Spielen, die nächste große Entscheidung. Dort können wieder reichlich Punkte gesammelt werden. Danach steht fest, wer zu den Pre-Olympics im August fährt.
Also vielen lieben Dank an alle die mir die Daumen gedrückt haben und noch drücken. Das war eine super Woche in Weymouth und ich hoffe, dass es so weiter geht.
Auf bald
Eure Franzi

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