Kleiner Rückschlag

Etwas enttäuscht über den Ausgang der Europameisterschaft, bin ich wieder zurück in Kiel. In einem Feld von 88 Schiffen platzierte ich mich nach 11 Rennen nur auf Rang 27.(25. EU). Das ist definitiv nicht das was ich mir erhofft hatte.

So gut es vorher im Training gelaufen ist, um so schlechter lief es in diesen 6 Tagen. Bei schwachen Nord-östlichen Winden, die übers Land in die Bucht vor Tallinn wehten, hatten wir mit ständig wechselnden Bedingungen und einer kurzen, steilen Welle zu kämpfen. Ich dachte oft vor den ersten Rennen, ich wüsste welche Seite der Kreuz die richtige wäre oder zumindest nach dem ersten Rennen eines Tages. Doch leider musste ich feststellen, dass dem nicht so war. Nachdem nun endlich meine Starts besser geworden waren und ich mich für meine Seite der Kreuz entschieden hatte, kam es prompt immer frischer auf der anderen Seite. Leider konnte ich solche Dreher und Windfelder in der ganzen Woche nur schlecht erkennen oder vorhersehen.


Franziska vor Tallin

Am dritten Tag bescherte uns Rasmus dann endlich 15 bis 20 Knoten Wind. Im ersten Rennen lag ich Mitte des letzten Vorwindes gerade an 5. Position und hatte das Ziel schon vor Augen, als plötzlich hinter mir eine Pfeife ertönte. Als ich mich umdrehte, dachte ich erst, ich schau nicht richtig als die Jury eine gelbe Flagge auf mich richtete. Wir hatten ca. 20 Knoten Wind und mein Ziel war es, nur noch sicher den Vorwind runter zu kommen und nun sollte ich angeblich eine Regel verletzt haben??? Okay, also drehte ich meine zwei Strafdrehungen und rutschte somit auf Platz 12 zurück. Im nachhinein las ich am Aushang, dass ich wegen Pumpen bestraft wurde. Das sehe ich zwar immer noch nicht ganz ein - aber nun gut. Im zweiten Rennen dieses Tages ging ich als 4. um die erste Tonne und kenterte gleich mal auf dem ersten Vorwind. Irgendwie schien das Glück nicht ganz diese Woche auf meiner Seite zu sein. Nach der Kenterung fiel ich auf Platz 13 etwa zurück und begann die Aufholjagd. Auf der zweiten Kreuz gab ich wirklich alles und blendete die Schmerzen in den Beinen einfach aus und segelte sauber meine Dreher aus, während alle anderen auf irgend eine Seite raus hackten. So holte ich bis auf den 6. Platz wieder auf. An meiner Kondition mangelt es also nicht.
Woran lag es also dann?

Wahrscheinlich habe ich viel zu viel darüber nachgedacht wie, was funktionieren könnte. Ich glaube, es war wichtig sich kurzfristig auf die Bedingungen einzustellen. Auch wenn man sich vorher lang eingesegelt hatte, war im Rennen später alles anders. Jeder Tag war anders. Die Richtung des Windes war zwar fast immer gleich, doch ließ sich ein Muster nicht wirklich erkennen. Kurze und schnelle Entscheidungen mussten somit getroffen werden.
Sichtlich nicht das, was ich geschafft habe. Aber nun gut - man lernt nie aus.

Am 19.06.2010 starte die Kieler Woche. Der nächste Weltcup bei dem ich mich wieder profilieren kann.

Also auf ein Neues
Eure Franzi

Ergebnisse, Bilder und Videos auf:
http://www.laser2010tallinn.eu/web/index.php

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