Abschlussbericht von Franziska Goltz aus Miami
 
Weit verfehlt!

Ich sitze gerade in Philadelphia auf dem Flughafen und warte zusammen mit den deutschen Match-Race-Damen auf den Anschlussflug nach Deutschland. Bei fast 6 Stunden Aufenthalt hat man viel Zeit, um über die vergangene Woche in Miami nachzudenken.


Franziska vor Miami

Ich kann nur sagen, dass es definitiv nicht so gelaufen ist, wie ich es mir erhofft hatte. In einem Feld von 57 Schiffen aus 24 Nationen belegte ich nur einen 25. Platz. Mein eigentliches Ziel war aber eine Top 12 Plazierung. Das Ziel wurde weit verfehlt! Zum Trost kann ich nur feststellen, dass es ein WM-würdiges Feld war.

In 5 Tagen segelten wir 10 Wettfahrten bei 8 bis 13 Knoten aus nordöstlicher Richtung. Insgesamt 25 Stunden verbrachten wir auf dem Wasser. Der Wind wehte direkt über die Skyline Miami´s und versprach nervenaufreibende Rennen. Trotz guter Starts konnte man sich nie sicher sein, auf welcher Seite der Kreuz die nächste Winddrehung kam. Selbst wenn man schon dachte - Hey, dass sieht ja eigentlich ganz gut aus - wurde man nur wenige Minuten später für diesen Gedanken bestraft. Die zweite Hälfte des Feldes zog mit einer 20° höheren frischen Brise an der anderen Hälfte vorbei. Irgendwie erinnerte mich dieses Revier an Hohen Viecheln am Schweriner Außensee, - nur ein bisschen größer. Des weiteren fing ich mir einen Frühstart ein und durfte nach einem allgemeinen Rückruf dass Rennen von außen ansehen. In einem weiteren Rennen wurde ich etwa 10 Sekunden vor dem Startschuss wegen angeblichen Wriggen von der Jury angepfiffen und musste eine 720° Drehung vollziehen.


Bootspark

Wenn es schon nicht läuft, dann richtig. Das Einzige was mich aufmunterte, waren die drei Delphine, die plötzlich am letzten Tag etwa 10 Meter vor meinen Bug auftauchten und durch den Kurs schwammen.

So wie ich mich gerade fühle, wird es aber noch so einigen anderen gehen. Wenn man sich die Ergebnisliste genauer ansieht, wird man feststellen, wie sehr es in dieser Woche gewürfelt hat. Bis auf Paige Railey (USA), die wieder sehr souverän gewonnen hat, sind nur sehr Wenige wirklich konstant gesegelt.

Nun gut, dass war der erste Wettkampf in diesem Jahr. Aller Anfang ist bekanntlich schwer. Es kann also nur noch besser werden. Im März geht's nach Palma de Mallorca.

Bis bald

Eure Franzi

Ergebnisse auf:
http://www.ussailing.org/Rolex/2010/laserradial/laserradial.html

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