Silbermedaille bei der Kieler Woche

Gestern endete der Olympische Teil der Kieler Woche. In einem Feld von 59 Booten, gelang es mir zum ersten Mal bei einem Weltcup eine Medaille zu gewinnen.

Von 12 geplanten Rennen, schafften wir jedoch nur 5 Rennen in 5 Tagen. Der erste Tag bescherte uns reichlich Wind und viele treibende Tonnen. Nachdem die Wettfahrtleitung den ersten Start um eine Stunde an Land verschieben musste, sollte es eigentlich um 12 Uhr los gehen. Allerdings hielten die Tonnen nicht wirklich und wir mussten eine weitere Stunde bei Regen und Sturm auf dem Wasser warten. Als die Wettfahrtleitung zum ersten Start anschoss, ging es für meine Gruppe auf den Outerloop, den wir zweimal absegeln sollten. Während des Rennens mussten wir aber feststellen, dass unsere Tonnen immer noch trieben und sich der Outerloop immer länger zog. Bei so viel Wind benötigt man viel Kraft und Ausdauer, sowie einen Adlerblick, um die nächste Marke zu finden. Die ersten beiden Rennen dauerten fast 90 Minuten. Im zweiten Lauf überholte uns sogar die Gruppe, die nach uns startete, da deren Innerloop immer kleiner wurde. Im dritten Lauf des Tages, zeigte unser Wettfahrtleiter etwas Gnade und ließ uns den kürzeren Kurs fahren. Komischerweise hielten plötzlich die Tonnen und ich war bereits nach 35 Minuten wieder im Ziel.

Die nächsten Tage bescherte uns Rasmus eine schöne Hochdruckwetterlage. Mit dem Wind war es allerdings erstmal vorbei. Zwei Tage lang schafften wir kein einziges Rennen und die Wettfahrtleitung wurde langsam nervös. Am Tag vor den Medalraces schien aber doch noch etwas Wind zu kommen und wir konnten ein weiteres Rennen mit in die Wertung nehmen. Dieses Rennen konnte ich, nachdem ich erst als dritte um die erste Marke ging, noch für mich entscheiden. Einfach Grandios! :-)

Wie versuchten noch ein weiteres Rennen, doch leider schlief der Wind ein und die Wettfahrtleitung musste den Lauf abbrechen.

Nach diesem Tag gelang es mir, an 4. Position mit 20 Punkten ins Medalrace zu fahren. Dort starten noch einmal die besten 10 gegeneinander und die Punkte zählen doppelt.

Tatiana Drozdovskaya (BLR) ging mit 11 Punkten an erster Position liegend ins Medalrace, gefolgt von Alberte Holm (DEN) mit 12 Punkten und Paige Railey (USA) mit 13 Punkten. Ich war punktgleich mit der 5. und es war sowohl nach vorn, als auch nach hinten alles möglich.

Als ich ins Medalrace ging, war ich erstmal nur glücklich, dass ich es überhaupt geschafft hatte und versuchte ganz locker die Sache anzugehen. Im Rennen selbst war ich aber die ganze Zeit so aufgeregt, dass wenn ich nur einen Moment meine Beine entspannte, diese sofort anfingen zu zittern. Also versuchte ich die Spannung im ganzen Körper zu halten und mich durch einen Ohrwurm, den ich schon die ganze Zeit im Kopf hatte, zu beruhigen. Schon nach dem Start konnte ich mein ganzes Speedpotenzial zeigen und ich war froh, dass der Wind etwas zulegte. An der ersten Marke ging ich als dritte hinter Maiken Schütt (DEN) und Paige Railey (USA) rum. Auf dem darauf folgenden Vorwind holte ich Paige ein und ging als zweite auf die letzte Kreuz. Mit einem günstigen Winddreher konnten Maiken und ich unseren Vorsprung ausbauen und als wir die letzte Marke rundeten, jubelten schon die ersten Zuschauer. Als ich als zweite ins Ziel einlief und ich die vielen Motorboote vor mir sah, die mir zujubelten, nochmal nach hinten schaute, wurde mir bewusst, dass ich es aufs Podium geschafft hatte. Hammer!!! :-)

Kurz vor dem Ziel sah es sogar aus, als ob ich es nach ganz oben schaffen könnte. Paige Railey gelang es aber noch, sich auf den 4. Platz zu retten. Somit gewann Paige, die übrigens die Weltmeisterin und Weltseglerin des Jahres 2006 war, die Gesamtwertung, gefolgt von mir und Maiken Schütt.

Das war eine grandiose Kieler Woche und mit einem guten Gefühl werde ich nun am 3. Juli zur Weltmeisterschaft nach Largs in Schottland fahren.

Bei der Kieler Woche trat nun auch zum ersten Mal das Sailing Team Germany auf und ich bin Stolz, ein Mitglied der ersten Deutschen Segel-Nationalmannschaft zu sein. Wollen wir hoffen, dass wir neben Audi noch viele weitere Partner gewinnen können. Denn nur mit einem starken Rückhalt, kann man wirklich Leistung entwickeln.

Also bis bald
Eure Franzi

Ergebnisse auf:

www.kieler-woche.de

zurück