Internationale Deutsche Meisterin 2010

In der vergangenen Woche fand in Hamburg auf der Außenalster die Deutsche Meisterschaft der Laser Standards und Laser Radials statt. In einem sehr übersichtlichen Feld von 19 Schiffen konnte ich nach 5 Jahren mir den Titel wieder erkämpfen.

In vier Tagen segelten wir 13 Rennen mit den wohl schwierigsten Bedingungen, die es nur geben kann. Wer die Alster kennt, weiß wovon ich rede. Das letzte Mal segelte ich vor 13 Jahren im Optimisten auf der Alster. Als ich nun letzte Woche in Hamburg anreiste, wusste ich, dass sie klein ist. Aber irgendwie hatte ich sie doch größer in Erinnerung behalten. Da könnte man genauso gut in Schwerin auf dem Pfaffenteich segeln, dachte ich..


Franziska Goltz am Start

Foto: Peter Krähl

Wir segelten Up and Downs, die etwa 35 min dauerten: Im Vergleich zu anderen Events bedeutend kürzer, aber vom Kopf her enorm anstrengend. Die ständig drehenden Winde und teilweise kaum vorhersehbaren Windfelder, die plötzlich aus dem Nichts kamen, erforderten eine extrem hohe Aufmerksamkeit. Ständig wechselte mein Blick von vorne nach hinten, denn innerhalb weniger Sekunden konnte sich das Blatt wenden. Dann stand man plötzlich im Nichts, während andere vielleicht nur 3 Bootslängen über oder unterhalb einfach an einem vorbei glitten.

Nach 12 Rennen segelten wir das berüchtigte Medal Race, wo noch einmal die besten 10 gegen einander antraten. Ich lag einen Punkt hinter Lisa Fasselt und 10 Punkte vor Anke Helbig. Wenn ich gewinnen wollte, musste ich also vor Lisa ins Ziel einlaufen. Sollte Anke vor mir ins Ziel segeln, durften außerdem nicht mehr als 3 Boote zwischen uns sein.

Ich startete im Lee von Anke. Diese schlug sich relativ schnell auf die rechte Seite und segelte die Dreher sauber aus. Ich wäre nur zu gerne mitgegangen, doch leider hinderte mich Lisa am Wenden und wir segelten auf die linke Seite der Kreuz. Ein ziemlich großer Fehler, aber mir blieb in diesem Moment keine andere Wahl. Anke, die mit frischem Wind und einer schönen Rechtsdrehung nun allen davon fuhr, rundete die erste Marke als erste. Lisa und ich waren in diesem Moment noch an der 8. und 9. Position. Mir war klar, dass ich den Titel so nicht gewinnen konnte. Auf der zweiten Kreuz fand ich dann wieder meinen eigenen Weg. Ich segelte die Dreher sauber aus und rundete die Luvtonne mit etwas Vorsprung vor Lisa an der 4. Position. Der Titel war nun zum Greifen nah. Ich sagte mir: "Franzi, du fährst den Vorwind jetzt ganz entspannt runter. Riskiere bloß nicht noch eine gelbe Flagge von der Jury. Im Moment ist alles save."

Tja! Kaum zu Ende gedacht, ertönte ein Pfiff. Ich sah zur Seite und erblickte eine gelbe Flagg, die in meine Richtung zeigte. Ich hoffte, dass sie dem Boot neben mir galt und fragte noch einmal nach. Leider meinten sie mich. In diesem Moment wäre ich am liebsten ins Juryboot gesprungen, aber nun gut. Während ich meine zwei Startkringel drehte, war der Titel plötzlich wieder so weit weg. Ich fiel auf Position 5 zurück. Lisa sowie ein oder zwei andere klebten an meinem Heck. Wir mussten nur noch das Gate passieren und die Zielkreuz überwinden. Ich rundete im gleichen Moment wie Lisa die Tonne. Ich die linke und sie mit zwei anderen die rechte Tonne. Zum Glück hatte ich diesmal die richtige Seite gewählt und konnte so an 4. Position vor Lisa ins Ziel segeln. Puh! Der Titel war nun wieder mein. :-)

Hiermit möchte ich mich bei dem Veranstalter für die tolle Organisation, meiner Familie und meinen Freunden sowie den Sponsoren, die hinter mir stehen, bedanken!

Meine Glückwünsche auch an Philipp Buhl, der bei den Laser Standards gewonnen hat.


Sieger IDM 2010
Die Sieger

Foto: Peter Krähl

Laser Radial:

  1. Franziska Goltz (SSV)
  2. Lisa Fasselt (YCRE)
  3. Anke Helbig (NRV)

Laser Standard:

  1. Philipp Buhl (SCAI)
  2. Simon Grotelüschen (LYC)
  3. Malte Kamrath (VSAW)

Alle Ergebnisse unter: www.nrv.de

Eure Franzi

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