Von Ruderbruch bis Mund zu Mund Beatmung

Die wohl härtesten und lehrreichsten Tage unserer Segelkarriere liegen hinter uns.

Vom 01.02. bis 14.02. trainierten wir wieder auf Mallorca. Mit dabei waren: Team Ramm / Lewin, Team Schadewaldt / Baumann und Team Lutz / Harneit.

Das Training findet jedes Jahr zu Beginn des Jahres statt und wir wußten es würde alles von uns ab verlangen. Die erste Woche trainierte uns Kolja Völkers, der mehrere Jahre an der Seite des Ex- Bundestrainers Rigo de Nies arbeitete und nun als Stützpunkttrainer in Kiel tätig ist.
In der zweiten Woche arbeiteten wir mit Christiane de Nies.


49er Goltz/Grüning vor Mallorca

Die Trainingsschwerpunkte lagen bei Trimmvergleichen, Verbesserung des Fahrgefühls und Üben von Manövern in Stresssituationen, dass heißt kurze Kurse und Puls um die 200.

Wir hatten zunächst sonnige 15 Grad und 3 bis 5 Windstärken. Wir freuten uns über den eher starken Wind, da wir hier unsere größten Defizite sehen. Als die Bedingungen sich jedoch durch die ganze Woche zogen, wir körperlich am Ende waren und die Eine oder Andere Verletzung in Kauf nehmen mußten, wünschten wir uns wenigstens einen Tag mit weniger Wind.
Kolja gab uns dann allen einen freien Nachmittag zur Regeneration.

Christiane viel es nicht leicht, als sie in der zweiten Woche auf eine ausgelaugte und eher geschwächte Trainingsgruppe traf. Sie verfügt jedoch über besondere Motivationskünste und holte noch mal alles aus uns heraus.

Die zweite Woche glich der Ersten. Nur noch mehr Wind....


49er Goltz/Grüning vor Mallorca

Wir gingen relativ früh aufs Wasser, um vor der zweiten Einheit eine etwas größere Mittagspause genießen zu können. In dieser Pause hielt man auch mal gerne ein kurzes Nickerchen. Nicht nur wir waren am Ende, auch das Material musste sich einer extremen Belastungsprobe unterziehen. Täglich verbrachten wir nach den Trainingseinheiten viel Zeit damit, unser Boot auf Vordermann zu bringen. In diesen Situationen wünscht man sich einen Bootsmann.

Am vorletzten Tag waren für den Nachmittag 30 Knoten angesagt. Christiane ging mit uns um neun Uhr aufs Wasser und wollte so lange es ging trainieren. Der Wind kam jedoch unerwartet früher. Wir nahmen zunächst alles mit Humor, da wir bereits in der ersten Woche das Bergen trainieren konnten und Segeln definitiv nicht mehr möglich war. Auf dem 49er fühlt man sich in diesen Momenten einfach unterlegen. Alle Boote waren bereits gekentert und unser Ruder gebrochen. In der Nähe von uns lag das Team Schadewaldt / Baumann, jedoch war Tobi nicht zu sehen.


49er Goltz/Grüning vor Mallorca

Hannes winkte aufgeregt mit den Armen. Tobi steckte unter dem gekenterten Boot zwischen der Unterwante und der Hauptwante fest. Hannes versorgte Tobi so gut es ging mit Luft und zog ihm unter Wasser die Trapezweste aus. In der Auswertung diskutierten wir die wohl gefährlichste Situation, die beim 49er Segeln passieren kann. Tobi gab auf seine Rettung noch einen aus. Vor einigen Jahren kam in einer ähnlichen Situation ein 49er Segler ums Leben.

Den letzten Tag verbrachten wir mit Crew-Tausch und spaßigen Übungen.

Bisher war es das wohl härteste Training, jedoch mit Sicherheit das Effektivste. Wir haben nun zwei Wochen Zeit, um uns zu erholen. Besonders unsere Hände und Knie werden sich freuen.

Am 26. Februar fliegen wir erneut zum Training nach Palma. Außerdem werden wir vor dem Weltcup zu Ostern an einem kleinen Wettkampf teilnehmen.

Wir halten euch auf dem Laufenden.

Bis dahin

Gruß Alex und Matti
49er GER 1038

zurück