Abschlussbericht Sail Melbourne

Seit kurzem bin ich wieder zurück in der kalten Heimat. Es war schon ein ziemlicher Schock, als ich in Hamburg aus dem Flugzeug stieg und überall lag Schnee. 8 Stunden zuvor hatte ich eine Zwischenlandung bei 30C in Dubai und nun ärgerte ich mich, dass ich keine vernünftige Winterjacke dabei hatte. Als ich in Kiel vor meiner Abreise die Tasche gepackt hatte, war für eine warme Jacke einfach kein Platz mehr. Mit meinen persönlichen Segelsachen, den ganzen Streckern vom Boot, dem schön gefalteten Segel und meinen normalen Sachen, war die Tasche mit 30 kg Gewicht am Limit.


Franziska vor Melbourne

Zur Sail Melbourne wurden nagelneue Schiffe gechartert und nur unsere Strecker, Pinnen und Segel mußten wir mitbringen. Die deutsche Mannschaft, Malte, Simon, Lisa, ich und unser Trainer Thomas, wohnten etwas außerhalb von Melbourne in einem schönen Apartment, etwa 6 km vom Sandringham Yacht Club entfernt. Um mobil zu sein, liehen wir uns Fahrräder aus. Übrigens ist es dort Pflicht, mit einem Fahrradhelm zu fahren.

Unser Tagesablauf über die zwei Wochen war eigentlich ziemlich entspannt. Morgens gegen 8:30 Uhr stärkten wir uns mit einem ordentlichen Sportlerfrühstück, planten danach den weiteren Tagesablauf und fuhren gegen 10:00 Uhr in den Hafen zum Training. Während des Weltcups fuhren wir meist gegen 13:00 Uhr zu den Booten, da erst um 15:00 Uhr die Starts vorgesehen waren. Insgesamt waren 18 Boote aus 9 Ländern bei den Laser Radial (Damen) am Start. Mit am Start die Weltmeisterinnen von 2005 sowie Internationale Europameisterin von 2009, Paige Railey aus den Vereinigten Staaten, die Weltmeisterin von 2007, Tatiana Drozdovoskaya aus Weißrussland, Sara Winther aus Neuseeland und Marit Bouwmeester aus den Niederlanden, die Beide ebenfalls zu den Topfrauen gehören.

Wir segelten in der Port Phillips Bay. Man glaubt gar nicht, dass diese riesige Bucht nur eine kleine Ausfahrt hat. Die Bucht ist so riesig, dass man ihre Dimension erst nach einem Blick auf die Karte erkennt. Auf Grund der Reviergröße baute sich eine sehr steile und hohe Welle auf. Die meiste Zeit kam sie rechts vom Wind. Wie ich schon berichtet hatte, machte mir der Vorwind Schwierigkeiten. Es viel mir schwer, immer den richtigen Rhythmus zur Welle zu finden. So geschah es leider auch im Medal-Race. Ich hätte natürlich gern den dritten Platz nach Hause gefahren, aber dazu habe ich einfach zu viele Fehler gemacht. Auf dem Vorwind haben mich die Wellen immer zu weit auf die rechte Seite geführt und ich hatte das Gefühl, dass ich im Vergleich zu den Anderen nicht gut voran kam. Ausgerechnet die Beiden, die mir punktemäßig gefährlich nah waren und mir den 3. Platz dann auch zu Nichte machten, wurden in diesem Rennen erste und zweite. Ich fuhr in diesem Rennen nur als Sechste ins Ziel. Da im Medal-Race die Punkte doppelt zählen, kam am Ende leider nur ein fünfter Platz heraus.

Es war auf jeden Fall ein super Gefühl, mit dem roten Trikot zu segeln. Das will ich demnächst wiederholen. Mitte Januar geht's nach Miami (Florida / USA) zum nächsten Weltcup und ich kann mich auf ein Neues mit der Weltspitze messen.

Ich wäre noch gern länger in Melbourne geblieben. Die Stadt ist einfach unglaublich und die Leute sind sehr freundlich. Leckeres Sushi gibt es an fast jeder Ecke und dazu dann das australische Sommerwetter.

Ich möchte mich ganz herzlich bei meinem Verein, dem Schweriner Segler-Verein, dem Heinz Nixdorf Verein und dem Seglerverband MV für die finanzielle Unterstützung dieser Wettkampfreise bedanken.

Ich wünsche allen einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Bis zum nächsten Bericht aus Florida
Eure Franzi

Ergebnisse auf: www.sailmelbourne.com.au/

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