2. Bericht von Franziska Goltz von der Reise nach Australien
 
ISAF World Cup - Sail Melbourne 14.-19.12.2009

Direkt aus dem schönen Melbourne meldet sich eure Franzi wieder. Seit einer Woche bin ich schon hier und ich möchte gar nicht mehr zurück ins kalte Deutschland. Das Wetter, die Stadt und die Menschen sind einfach unglaublich. Nachdem ich mich relativ schnell an die 10 Stunden Zeitverschiebung gewöhnt habe, trainierte ich bei herrlichen Bedingungen in der Phillips Bay oder erkundigte die Umgebung mit dem Fahrrad. Wir wohnen hier Ecke Southroad und Bluffroad, etwa 6 Kilometer vom Sandringham Yacht Club entfernt. Mit dem Fahrrad sind das etwa 15 Minuten. Bis nach Down Town entlang der Küste, braucht man etwa ein Stunde.


Franziska vor Melbourne

Heute gegen 15 Uhr fiel auch endlich unser erster Startschuss, zur letzten Regatta diesen Jahres. Das Feld ist mit 16 Teilnehmerin doch sehr klein, aber dafür mit einigen sehr guten Seglern besetzt. Aus den USA, Holland, Neuseeland, Indien, Singapur und natürlich Australien kommen Sie alle, um sich ein letztes mal vor dem Jahreswechsel zu messen. Ein frischer Süd Wind mit ca. 14 bis 18 Knoten und einer schön großen Welle bescherte mir gleich einen 4. und 1. Platz.

Im zweiten Rennen war ich etwas überrascht, als ich um die erste Tonnen ging und vor mir plötzlich keiner war. Die Wettfahrtleitung ließ uns nämlich starten, als die Radial Jungs gerade ihr Gate passierten. So kreuzten wir mit Ihnen bis zur ersten Tonne, wo sich dann wieder unsere Wege trennten. Die ganze Kreuz sah ich eigentlich nicht wirklich, wo meine Gegner waren. Ich wusste nur, dass mein Start gut war. Also fuhr ich einfach mein Ding. Nur merkte ich irgendwann, dass ich die falsche Tonne anpeilte. Mit Überhöhe fuhr ich nun die richtige Tonne an und ärgerte mich tierisch über meine Unaufmerksamkeit. Da wir - wie gesagt - mitten in dem Feld der Jungs waren, konnte ich auch nicht einschätzen, wo ich genau lag. Also hieß es für mich einfach nur: hike harder!!!

Je näher ich der Tonne kam, desto klarer wurde meine Position und ich dachte, ich sehe nicht richtig, aber als ich dann als erste um die Tonne ging, schien mein Puls 20 weitere Schläge höher zu gehen. Dicht gefolgt von den anderen fuhr ich meinen Weg, konnte die ganze Zeit meine Position halten und fuhr am Ende mit etwa 100 Metern Vorsprung ins Ziel ein. Vor den zwei Rennen hätte ich jedenfalls nicht gedacht, dass ich hier bei dem Wind ein Rennen gewinne. Das viele Konditionstraining und die vielen Stunden in Kiel auf dem Wasser scheinen sich endlich auszuzahlen. Im Moment liege ich an zweiter Position.

Morgen geht's wieder um 15 Uhr weiter.

Drückt die Daumen!

Bis bald
Eure Franzi

14.12.2009

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