Abschlussbericht von der kältesten Meisterschaft

Nachdem wir zwei Tage an Land warteten und sich alle mit warmen Sachen aus dem Allgäu Outletcenter eingedeckt hatten, schien der dritte Tag bei frischen 0 bis 3 Grad und etwa 13 Knoten aus Westen sehr viel versprechend. So segelten wir die ersten 4 Rennen mit einer kleinen Pause nach den ersten beiden Rennen.


brr ist das kalt!
brr ist das kalt!

An Land wärmten wir uns an dem heißen Tee, den der Verein für alle bereit hielt. Es war schon ein komisches Gefühl, dort zu segeln. Jedes mal wenn ich mich umblickte und die schneebedeckten Berge um mich sah, dachte ich nur "das ist nicht euer Ernst." Es war so kalt, dass ich meine Hände auf der ersten Kreuz nie wirklich spürte. Meine Schot wickelte ich teilweise ums Handgelenk. Schotarbeit war mit qualvollen Schmerzen verbunden. Auf dem Vorwind tauten die Hände dann langsam auf und jeder kennt diesen stechenden Schmerz, der dann kommt. Danach war die Kälte ganz gut erträglich. So lange man in Bewegung blieb. In den Pausen kühlte man sehr schnell wieder ab und das Spiel begann von vorne.


Nebel
Nebel

Wo ist die Tonne?
Wo ist die Tonne?


Mit den Plätzen 2, 1, 2 und 2 reihte ich mich nach dem ersten Segeltag hinter Lisa Fasselt auf Rang 2 ein. Trotz der Kälte, hat mir der Tag viel Spaß gebracht. Lisa und ich segelten bei dem Wind eigentlich alleine vorne. Danach kam lange Zeit nichts. So matchten wir uns bis zum Ende.

Als wir am nächsten Tag in den Club fuhren, machte uns der Schnee auf den Booten mittlerweile nicht mehr so viel aus. Irgendwie hatte man sich langsam daran gewöhnt. Allerdings war der See noch so warm, dass durch die gefühlten Minusgrade über dem See Nebelschwaden zogen. Man sah die Tonnen zwar nicht, aber egal wir segelten trotzdem 3 weitere Rennen. Das war eindeutig nicht mein Tag. Trotz guter Starts schien ich einfach nicht den richtigen Riecher zu haben. Ich verfehlte sogar fast die Tonnen und segelte weit über den Anlieger.

Am letzten Tag erwartete uns nur das Medalrace. Nach vorne hin war der Punktestand zu groß aber rein theoretisch ein erster Platz machbar. Nach hinten musste ich aufpassen.

Wie erwartet griff Christiane de Nijs auch gleich während der Startphase an und versuchte mich aus dem Rennen zu schmeißen. Ich hatte mir die Rennen zuvor von den Männern angeschaut und rechnete mit der linken Seite. Als ich dann einen perfekten Leestart hinlegte, sah es anfangs auch echt gut aus.
Siegerehrung
Siegerehrung!

Als wir dann alle kippten, sah ich genau dass, was ich nicht sehen wollte. Christiane, die sich am Start nicht halten konnte und schlussendlich mit Steuerbordschoten hinter allen lang fahren musste, fuhr mit einer frischen Rechtsdrehung vor meinem Bug lang. Die erste Marke rundete Sie als dritte. Ich an vorletzter Stelle, Platz 9. Zwischen uns durften aber nicht mehr als 3 Boote sein. So kämpfte ich mich durch dieses Rennen. Stück für Stück holte ich auf. Lisa Fasselt die den Titel eigentlich so gut wie sicher hatte, blieb auch hartnäckig. Am Ende lief ich als sechste ins Ziel ein und die Silbermedaille war sicher. Puhh

Trotz der widrigen Bedingungen war es am Ende jedoch eine echt gelungene Veranstaltung.

Jetzt bin ich wieder in Kiel und das Studium beginnt. Kommendes Wochenende bin ich aber wieder in meiner geliebten Heimatstadt Schwerin. Der Herbstpokal steht an.

Also bis bald
Eure Franzi

Platzierung IDM:

  1. Lisa Fasselt (YCRE)
  2. Franziska Goltz (SSV)
  3. Christiane de Nijs (SCN)

vollständige Ergebnisliste

zurück