SCHIFFSPOSITIONSBERICHT:

Schiffname: Aquila
Daten des Törns: Gesegelte Seemeilen gesamt: 925 sm
Der SSV auf Tour
Kurs


Der SSV auf Tour
Flaggenparade


Der SSV auf Tour
Wachplan
Durchschnittliche Windstärke: 4 -5 Bft
Maxspeed: 9,6 kn
Wassertemperatur: +12 Grad

Crewmitglieder: Dirk Kaiser
Kai Erichsen
Olaf Dienst
Detlef Schmedemann
Jürgen Pommerenke
Jens Pommerenke

Erläuterung zum Wachplan:
Für einen reibungslosen Langfahrttörn ist ein Wachplan von grundsätzlicher Bedeutung. Der von uns angewandte Plan war geprägt von kurzen Wachen während den kalten Nacht- und Morgenstunden und längeren Wachen zu den hellen Tagesstunden. Auch wenn bis zu 4 Tagen nonstop durchgesegelt wurde, konnte sich jedes Crewmitglied während seiner Freiwachen wieder gut erholen.
Nach einem Hafenaufenthalt wurde die Wache entsprechend der Planung fortgesetzt. Die Backschaft ist im Wachplan ebenfalls geregelt. In der Praxis stellte sich aber heraus, dass sich diese Aufgaben fast von selbst lösten. Hierbei muss berücksichtigt werden, dass nicht jedes Crewmitglied unter schweren Bedingungen unter Deck arbeiten kann.

Datum des Standortes: 12.05.2007
Uhrzeit: 10:26:55
Breite: 54° 06,280′ N
Länge: 12° 06,600′ E
Kurs: 0 °
Geschwindigkeit: 0 Kn
letzte Mitteilung: Das war schon ein besonderer Törn. Zu Beginn glaubten wir allerdings auch nicht so richtig daran, dass Oslo überhaupt zu erreichen ist. Nach dem ersten Tag, der mit Opfern an Neptun zu den notwendigen Seebeinen führten, ging es dann direkt nach Oslo. Es war zwar ein Zwischenstop in Göteborg geplant, aber als wir auf dieser Höhe waren, beschloss die Crew einstimmig, wir segeln weiter direkt nach Oslo. So konnte Oslo bereits nach nur 4,5 Tagen erreicht werden.
Der Wind war anfänglich nicht auf unserer Seite. Viele Kreuzkurse und lange Holeschläge machten den Weg noch länger. Die anfängliche Hochdruckwetterlage sorgte zwar für diese Jahreszeit für ungewöhnlich hohe Temperaturen aber auch für Abschnitte mit zu wenig Wind. So musste der Motor auch für 145 sm den fehlenden Wind ersetzten.
Oslo begrüßte uns mit sommerlichen Temperaturen und wir glaubten schon, dass wir die falsche Bekleidung mit hätten. Dies änderte sich aber auf der Rückfahrt. Kälte und Nebel in der Nacht oder Hagelschauer am Tage machte der Wache doch zu schaffen. Der gute und meist kräftig wehende Wind machte aber unsere Seglerherzen glücklich und die Strapazen der Nacht schnell vergessen.
Sechs Männer, zwei erst im letzten Moment dazu gekommen, für 14 Tage auf engstem Raum, da machten sich so einige Zuhausegebliebene ihre Gedanken. Die Stimmung an Bord war stets hervorragend und sehr kameradschaftlich. Auch Stresssituationen, die zum Glück nur sehr selten waren, änderten nichts am guten Ton an Bord.
Kurzfazit am Ende des Törns: es war ein besonderes Erlebnis, wir haben alle viel gelernt und wir werden noch lange von diesen schönen Tagen zehren.
Danke unseren Frauen, die uns die Möglichkeit gaben, einmal einen Törn dieser Art zu erleben.
PS. Vielen Dank an Andreas Priesmeier, der in Schwerin stets aktuell dafür sorgte, dass unsere Tagesberichte für alle sichtbar gemacht wurden.

Datum des Standortes: 11.05.2007
Uhrzeit: 12:15:55
Breite: 54° 34,806′ N
Länge: 11° 55,242′ E
Kurs: 0 °
Geschwindigkeit: 0 Kn
Mitteilung: Freitag 11.05. Mittags: Wir sind traurig!
Das Ende unseres Törns steht unmittelbar bevor. Sobald sich mehr Wind einstellt und sich idealerweise der Regen verzieht, werden wir die letzte Etappe von Gedser nach Warnemünde in Angriff nehmen.
Gestern - anspruchsvolles Ablegemanöver bei 7 Bft. auflandig auf Femö, anschließend nahtloser Übergang zum Wellensurfen mit achterlichem Wind durch das Smalandsfahrwasser - MaxSpeed 9,6kn mit zwei Reffs im Groß und ohne Vorsegel!
Leider gibt es davon keine Fotos, wer fotografiert schon gern in der Meerwasserdusche.
Navigieren durch den Guldborgsund mit einer Solltiefe von 2,10m ist bei unserem Tiefgang von 1,95m recht anspruchsvoll. Da blieb wirklich nur die sprichwörtliche "Handbreit Wasser unter dem Kiel" übrig.
Der gewohnheitmäßige Clubabend am Donnerstag fand zunächst in der Plicht statt und wurde noch bis spät in die Nacht im Salon fortgesetzt.
Der Hafenmeister von Gedser interessierte sich auch für unseren Törn und las auf der Website die Berichte nach. Andere interessante Segler im Hafen waren z.B. der Rentner aus München mit seinem Renn-Katamaran oder der Atlantiküberquerer mit seinem selbstgebauten Stahlschiff mit 10mm Wandstärke (Panzerkreuzer???).

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Datum des Standortes: 10.05.2007
Uhrzeit: 23:16:18
Breite: 54° 34,790′ N
Länge: 11° 55,260′ E
Kurs: 0 °
Geschwindigkeit: 0 Kn
Mitteilung: Donnerstag 10.05. 23:16 Uhr: Heute ist Donnerstag. Am Donnerstag ist im SSV Clubabend.Der Skipper hat eine Crewgemeinschaftsfördende Maßnahme befohlen.
Der heutige redaktionelle Beitrag fällt daher aus.
P.S. Wir sind in Gedser und uns geht es gut.

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Datum des Standortes: 09.05.2007
Uhrzeit: 21:46:11
Breite: 54° 58,335′ N
Länge: 11° 30,799′ E
Kurs: 0 °
Geschwindigkeit: 0 Kn
Mitteilung: Mittwoch 09.05. 21:46 Uhr: Nach ausgiebigem Duschen und Frühstück ging es zu einem Abstecher nach Kerteminde. Hier werden übrigens in einer kleinen Werft die beliebten Folkeboote produziert.
13:00 Uhr liefen wir bei 5-6 Bft. mit raumen Kurs aus dem Hafen aus. Kurze Zeit später stellte sich dann auch eine hohe Welle ein, die nun unserem Wohlbefinden nichts mehr anhaben kann. Wir passieren die Große Belt Brücke westlich bei einer angegebenen Durchfahrtshöhe von 18m. Laut Charterfirma besitzt unser Schiff eine Höhe über Wasserlinie von 16m, trotzdem berührte die Antennenspitze leicht die Unterseite der Brücke. Leicht verdutzt waren wir froh, die Brücke ohne Schaden passiert zu haben.
Trotz des ständigen Rollens durch die achterliche Welle hat uns Dirk mit einem zweigängigen Mittagsmenü verwöhnt - allerdings nicht ohne Fluchen über die Probleme beim Kochen während des Wellensurfens.
Jetzt entschieden wir uns, nicht in die dänische Südsee, sondern in das Smalandsfahrwasser zu segeln. So konnten wir weiterhin auf unsere Genua vollständig verzichten, auch mit leicht gerefften Großsegel erreichten wir immer noch bis zu 8,5kn. Wir bleiben in der kommenden Nacht auf der kleine Insel Femö, bekannt durch jährliche Jazzfestivals. Hier trafen wir auf deutsche Landsleute aus Heiligenhafen, die seit 3 Tagen auf weniger Wind für die Rücktour warteten. Allerdings waren auch wir froh im Hafen zu liegen, kurze Zeit später pfiffen die Böen mit 8 Bft. über uns hinweg.
Während unseres Inselrundgangs waren wir Zuschauer eines Hasenboxkampfes um eine Häsin. Apropos, wir freuen uns auch schon wieder auf unsere Häschen zu Hause!
Morgen wird es durch den Guldborgsund in Richtung Nystedt gehen - ein kleiner Schlag zum Eingewöhnen in einen normalen Schlafrhythmus.

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Datum des Standortes: 08.05.2007
Uhrzeit: 23:25:41
Breite: 55° 27,240′ N
Länge: 10° 39,997′ E
Kurs: 0 °
Geschwindigkeit: 0 Kn
Mitteilung: Dienstag 08.05. 23:21 Uhr: So ist das mit der Planung - eigentlich wollten wir heute in den kleinen Belt. Dann weiter über den Alssund, Sonderburg nach Marstal.
Aber schon nach wenigen Seemeilen stellten wir mit Entsetzen fest, dass sich Teile des Achterliek der Genua in seine Bestandteile auflösten. So ist es nunmal, wenn eine Genua ohne UV-Schutz genäht wird und das spröde gewordene Material nicht mal mehr 5 Bft. aushält. Ok, wir sind zwar tagelang nur am Wind gesegelt, aber das muß wohl das Material überstehen.
Wir entschieden uns für den nächsten Hafen auf der Insel Samsö, um eine Notreparatur zu versuchen. Also - Jens wieder in den Mast, Segel runter, das sperrige Tuch in den Salon zum Trocknen wuchten - das alles bei kräftigen Schauerböen. Nach gut 2h ging es wieder los, leider mit nicht mehr vollständig zu nutzender Genua.
Daher Planänderung - um die Genua nicht mehr hoch zu belasten, versuchen wir nun möglichst keine Kurse mehr am Wind zu segeln. Mit Halbwind ab in den Großen Belt und dabei die Genua nur noch mit 33% der Fläche gefahren. Bei 5-6 Bft. und 1,5m See erreichten in der Spitze aber immer noch über 8kn - solche Rauschefahrt hatten wir uns schon seit Tagen gewünscht. So verflog der Ärger über das defekte Segel recht schnell.
Während der Fahrt in der hohen Welle hatte die Crew nicht nur Gleichgewicht zu halten, sondern auch dabei Spargel zu putzen. 21.30 Uhr Einlaufen in Kerteminde, 22.00 Uhr leckeres Abendbrot mit grünem Spargel, Kartoffelpürree und Weißwein-Zitronensauce.
Der Rest der Routenplanung wird nun von unserer ledierten Genua bestimmt.

 
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Datum des Standortes: 08.05.2007
Uhrzeit: 12:35:32
Breite: 55° 52,498′ N
Länge: 10° 28,355′ E
Kurs: 176 °
Geschwindigkeit: 8,1 Kn
Mitteilung: Dienstag 08.05. 11:40 Uhr: Montag - Anholt - Der Gewitterschauer zog schnell vorbei, wir nahmen Kurs Süd. Mit Wind Südwest 4-5 Bft. konnten wir fast die gesamten 67sm mit Anliegerkurs segeln. Schade, dass für Anholt nicht mehr Zeit war - eine idyllische kleine Insel mit schönen Stränden mitten im Kattegat.
Jens Villumsen, unser dänischer Schiedsrichterfreund empfahl uns per Handy die Übernachtung auf Tunö.
Unterwegs gab es von Ulrike vorgekochte Königsberger Klopse mit von der Crew geschälten Kartoffeln - lecker!
Die nächtliche Einfahrt in den Hafen von Tunö war allerdings etwas kribbelig, die Hafenansteuerung ist schlecht beleuchtet. Das Anlegemanöver um 02:25 Uhr muß sehr leise gewesen sein, der Stegnachbar hat uns dies am Morgen bescheinigt.
Wahrscheinlich war dies die letzte Nachtfahrt unseres Törns, ausser am Hafentag in Oslo sind wir bisher jede Nacht gesegelt. Die vor uns liegenden Teilstrecken werden wir jedoch am Tag absolvieren.
Morgens nach dem Frühstück überraschte uns Kai mit frischen grünem Spargel vom Bauern, bezahlt über die Kasse des Vertrauens.
Ablegen Tunö - die 993 hPa zeigen, dass uns das Tief voll erwischt hat, ausserhalb der Molenköpfe erwarten uns 6 Windstärken noch mit 1m Welle, die noch zunehmen, sobald wir die Abdeckung der Insel verlassen.
Wir sehen schon die nächsten Regenschauer auf uns zukommen, ansonsten tolles Segeln mit viel Speed!

 
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Datum des Standortes: 07.05.2007
Uhrzeit: 12:16:30
Breite: 56° 42,889′ N
Länge: 11° 30,354′ E
Kurs: 0 °
Geschwindigkeit: 0 Kn
Mitteilung: Montag 07.05.: Aufwachen bei strahlendem Sonnenschein und 4-5 Bft. aus westliche Richtungen lässt einen schönen Segeltag erwarten, vorher wollen wir uns noch kurz Anholt ansehen. Ablegen ist in einer Stunde geplant.
Planänderung - ein aufziehendes Gewitter mit kräftigen Hagelschauern lässt uns in den Salon flüchten und abwarten. Das Wetter der nächsten Tage könnte ähnlich werden.

Sonntag 06.05.: Ausschlafen, Captainīs-Frühstück mit Rührei und frischen Shrimps vom Fischer.
Unser gestriger Abend in einer urigen Hafenkneipe mit Livemusik ist uns allen sichtlich bekommen. Zum Glück hatte der örtliche Seglershop Sonntags geöffnet, so dass wir den noch fehlenden Kartensatz kaufen konnten. Ein anderer Teil der Crew füllte die Bordkasse und die Proviantvorräte auf.
Kurz nach 13.00 Uhr ablegen, Wind 4 Bft. aus südlichen Richtungen mit langer Welle wieder genau aus unserer Richtung.
Kurze Zeit später eine Begegnung besonderer Art, kreuzte ein aufgetauchtes U-Boot unsere Kurslinie.
Gegen 18.00 Uhr ein weiteres Erlebnis - die AIDAaura fuhr in ca. 500m an uns gen Oslo vorbei. Verwandte eines Crewmitgliedes waren an Bord, ob sie uns in dem Moment gesehen haben, ist allerdings fraglich.
Mit Passieren der Insel Laesö nahm der Wind bis auf 6 Bft. zu, so dass wir dann gut gerefft und unterstützt vom schiebenden Strom auf eine Tagesstrecke von 88sm mit einer durchschnittl. Geschwindigkeit von 6,8kn und Spitzenwerten von über 9kn kamen.
Die nächtliche Ansteuerung auf Anholt bei einer Welle von ca. 1m stellte keine ernsten Probleme für uns dar. Das Sektorenfeuer führte uns sicher gegen 02:30 Uhr in den Hafen.

 
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Datum des Standortes: 05.05.2007
Uhrzeit: 21:23:16
Breite: 57° 43,200′ N
Länge: 010° 35,105′ E
Kurs: 0 °
Geschwindigkeit: 0 Kn
Mitteilung: Sonnabend 05.05. 20:10 Uhr: Leider hatte wieder einmal der Wetterbericht Recht, Wind genau aus Süd mit bekannter Mitternachtsflaute - der Jockel musste uns durch die Nacht schieben.
Um 2:30 Uhr wurde der Skipper durch die Wache geweckt, da dichter Nebel herrschte und nicht einmal mehr die Bugspitze zu sehen war - und das mitten auf dem Skagerrak.
Kurze Zeit später wurde die gesamte Crew geweckt, das übliche Wachsystem ausser Kraft gesetzt und alle Mannschaftsmitglieder aus Sicherheitsgründen ins Cockpit gerufen. Gleichzeitig wurde der Ausguck bzw. "Aushorch" verstärkt. Hierzu wurde mehrfach der Motor ausgemacht. Jeder der schon einmal dichten Nebel auf See erlebt hat, weiss welch beklemmendes Gefühl es ist. Mit Anbruch des Tages lichtete sich langsam der Nebel und plötzlich erschien aus dem Nebel unmittelbar neben uns eine norwegische Segelyacht, die uns in ca. 50m passierte.

8:40 Uhr konnten wir endlich wieder Segel setzen und der Südsüdwestwind nahm im Laufe des Vormittags bis auf 4 Bft. zu, leider waren wir gezwungen einen Holeschlag bis vor die schwedische Küste zu machen, bevor wir gegen 14:15 Uhr endlich Kurs auf Skagen nehmen konnten.
Die anfänglich schöne Rauschefahrt von über 8 kn war schon nach knapp 4h beendet, so dass nach nervenaufreibender Dümpelei wir die Maschine starteten.
Jetzt liegt Skagen auf Sichtweite voraus, der Sanddorn, welcher die nördlichste Spitze Dänemarks darstellt und die Ostsee von der Nordsee trennt, passieren dicht auf Steuerbord.
Nun muss ich kurz den Bericht unterbrechen, das Anlegemanöver steht direkt bevor. Geschafft! Motor aus, Leinen fest - von Freitag 04:00 Uhr bis Sonnabend 21:15 und nach 177 sm liegen wir im Hafen von Skagen und lassen uns den Anlegercherry schmecken.
Ein Blick auf die Kaikante, heute wird es unser erster Kneipenbesuch.

 
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Datum des Standortes: 04.05.2007
Uhrzeit: 18:43:53
Breite: 59° 09,304′ N
Länge: 010° 36,209′ E
Kurs: 165 °
Geschwindigkeit: 6,7 Kn
Mitteilung: Freitag 04.05. 18:32 Uhr: Abfahrt morgens 04:00 Uhr - noch absolute Ruhe im Osloer Hafen - hohe Luftfeuchtigkeit - leichter Nebel - die Sonne geht über den Hügeln auf - wieder kein Wind - wir dümpeln unter Maschine und verabschieden uns von Oslo - nach 17 Seemeilen setzt endlich eine segelbare Brise ein, achterlicher Wind, der uns dann sogar für 2h mit über 7 Knoten voranschob.
In Horten legten wir für unseren ersten Tankstop an. Hier passierte uns ein Malheur, plötzlich und unerwartet hing einem Kopf der Großbaum im Weg - wäre alles nicht so schlimm, wenn nicht an dieser Stelle eine Schraube scharfkantig herausragte.
Nach dem Ablegen untersuchten wir die Ursache für immer schwergängigeres Bedienen der Rollreffanlage - Jens ging in den Masttopp, natürlich nicht ohne Fotoapparat, um hier festzustellen, dass das Topplager nicht mehr lange machen wird.
Zwischenzeitlich (18:40) haben den Ausgang des Oslofjords erreicht, Wind weht z.Zt. mit 4-5 Bft. aus Südwest, segeln am Wind mit 6,9 Knoten mit Ziel Skagen auf der anderen Seite des Skagerrak, leider in Windrichtung - also wie gewohnt knüppeln.
Jetzt wird gleich der Rest der Crew geweckt, weil es vorgekochten Putengulasch gibt.
P.S. Dem verletzten Crewmitglied geht es wieder soweit gut - es wird wieder in das Wachsystem integriert.

 
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Datum des Standortes: 03.05.2007
Uhrzeit: 21:21:33
Breite: 59° 54,506′ N
Länge: 010° 41,819′ E
Kurs: 0 °
Geschwindigkeit: 0 Kn
Mitteilung: Donnerstag 03.05. 21:32 Uhr - Oslo-Tag:
Bis 9:30 ausgeschlafen - an Deck im T-Shirt und bestem Sonnenschein gefrühstückt. Begrüßung durch den Hafenmeister als erste Gäste dieser Saison.
Mit der Fähre auf die andere Hafenseite ins Stadtzentrum. An den Kaiīs lagen u.a. die Color Fantasy und die AIDA aura.
König Haraldīs Leibgarde vor dem Schloss begutachtet - kurzer Stadtbummel - mit der Fähre zurück zum Fram- und Kon-Tiki-Museum. Wir waren schon beeindruckt, mit welch einfachen Mitteln Amundsen mit seiner Crew die Polarregionen mit jahrelangem Einfrieren erkundeten. Das ist doch unser Törn ein kleiner Fliegensch... dagegen.
Anschließend per Taxi zum Holmenkollen, durch die City und den Skulpturenpark. Krönender Abschluß des Tages - gemeinsames Biertrinken im Königlich Norwegischen Yachtclub - Besichtigung der Ahnengalerie der Commoderes - Colin Archer war es von 1889-1903, alle Könige waren es zu ihrer Zeit auch.
Wir planen die Rückfahrt: Wind voraussichtlich wieder auf die Nase, aber dafür etwas mehr.
Ablegen für 4:00 Uhr geplant.

 
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Datum des Standortes: 02.05.2007
Uhrzeit: 20:21:33
Breite: 59° 54,506′ N
Länge: 010° 41,819′ E
Kurs: 0 °
Geschwindigkeit: 0 Kn
Mitteilung: Mittwoch 02.05. 20:18 Uhr: Geschafft! - Keiner hat geglaubt, dass wir in 4,5 Tagen Oslo erreichen. Jetzt liegen wir im Königlich-Norwegischen Yachtclub mitten im Stadtzentrum Osloīs.
Nach 454 Seemeilen mit ausschließlich Amwindkursen und nur gelegentlichem Schrick in den Schoten, allerdings leider wegen Windmangel öfter unter Zuhilfenahme der Maschine, hat sich unser Traum erfüllt.
Kurz vor dem Ziel sich im Oslo-Fjord die Engstellen mit den großen Fähren zu teilen ist ein Erlebnis für sich. Die Fjordlandschaft ist einfach grandios - und dass ca. 45 Seemeilen lang!
In der untergehenden Sonne begrüßte uns die Skyline von Oslo und die Sprungschanze Holmenkollen.
Nach 4 Tagen Rund-um-die Uhr-Wache werden wir erstmalig wieder in Ruhe ausschlafen.
Morgen ist eine Stadtbesichtigung mit Fram- und Kon-Tiki-Museum geplant. Der Starttermin für die Rückreise wird morgen abend entschieden.
 
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Datum des Standortes: 01.05.2007
Uhrzeit: 23:51:52
Breite: 58° 33,271′ N
Länge: 010° 51,938′ E
Kurs: 335 °
Geschwindigkeit: 5,3 Kn
Mitteilung: Mittwoch 02.05.: 07:41 Uhr - Der Morgen begann wieder mit bestem Sonnenschein und Tomatenrührei von Dirk an Deck. Etwas Schöneres kann man sich bei dem klaren Wetter kaum vorstellen.
Die Einfahrt in den Oslo-Fjord wurde bei wenig Wind gleichzeitig zum Decksschrubben genutzt, schließlich wollen wir sauber in den Zielhafen einlaufen.
Gegen 20:00 werden wir in Oslo sein, der nächste Bericht folgt bald.

Dienstag 01.05.: 16:45 Uhr - Nachdem wir die spannende Navigation in den Schären beendet haben, ging es hinaus in die Weite des Skagerraks. Die erste Wende machten wir nach ca. 40sm!
Unsere obligatorische Flaute gegen Mitternacht stellte sich auch ein, nach 2h wurden aber die Segel wieder gesetzt. So ging es bei herrlichem Vollmond und bis zu 8,2kn über Grund in einer traumhaften Fahrt gen Oslo-Fjord.
Die großen Fähren von Stena-Line und Colorline zogen vollbeleuchtet und majestätisch an uns vorbei.

 
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Datum des Standortes: 01.05.2007
Uhrzeit: 17:03:28
Breite: 58° 11,023′ N
Länge: 011° 19,479′ E
Kurs: 288 °
Geschwindigkeit: 4,9 Kn
Mitteilung: Dienstag 01.05.: 4:30 Uhr - Vor Göteborg ging der Vollmond bei glasklarer Sicht in den Wellen des Skagerraks unter - ein fantastischer Anblick! Der Sonnenaufgang einige Minuten später vollendete dieses Naturschauspiel.
Das rollierende Wachsystem bewährt sich gut, immer 2 Mann haben rund um die Uhr Wache als Rudergänger und Ausguck. Hierdurch sind unsere durchschnittlichrn Etmale auf ca. 107 Seemeilen pro Tag angestiegen.
Gegen 12:45 änderten wir unseren Kurs in Richtung der Westschwedischen Schären. In Gullholmen liefen wir den idyllischen Hafen an, um Wasser zu bunkern, zu duschen und die Ruhe des Ortes zu genießen.
Nach dieser Verschnaufpause geht weiter ins Skagerrak Richtung Oslo.

 
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Datum des Standortes: 30.04.2007
Uhrzeit: 20:20:42
Breite: 56° 50,552′ N
Länge: 011° 55,772′ E
Kurs: 270 °
Geschwindigkeit: 3,7 Kn
Mitteilung: Montag, 30.04.: 1:00 Uhr - Schweren Herzens passierten wir nachts bei glasklarer Sicht und fast Vollmond das Lichtermeer von Kopenhagen - ohne anzulegen!
Die ganze Nacht hatten wir 3-4 Windstärken, überwiegend als Anlieger. Obwohl die Luft nur 5 Grad hatte, blieb uns das befürchtete Schwitzwasser im Boot erspart.
Wir sahen Sonnenaufgänge wie aus dem Bilderbuch im Sund und passierten gegen 6:50 Uhr die Enge zwischen Helsingoer und Helsingborg.
Weiterhin strahlender Sonnenschein und blauen Himmel erlebten wir gegen 11:00 Uhr auf Höhe Kullen, dazu Wind 4 und See 1m. Innerhalb weniger Minuten blieb jedoch der Wind weg und wir mussten unter Motor weiterfahren. Der Batterie tat es gut, Positionslampen, Kühlschrank usw. verbrauchen viel Strom. Nach ca. 2h hatte Rasmus seine Mittagspause beendet und brachte uns mit 3-4 Windstärken in Rauschefahrt voran.
Am Abend segelten wir durch das südliche Kattegat - wieder bei herrlichem Sonnenschein und idealen Bedingungen aber kühlem Wind. Leider musste Olaf zur Schiffsberuhigung mit "Handbremse" segeln, damit Dirk unter Deck die die Rumpsteaks braten konnte.

Datum des Standortes: 29.04.2007
Uhrzeit: 21:42:28
Breite: 55° 19,370′ N
Länge: 012° 33,341′ E
Kurs: 2 °
Geschwindigkeit: 4,2 Kn
Mitteilung: Sonntag 29.04.: Heute war Ausschlafen angesagt, jedoch begannen einige Frühausteher mit Zubereitung des Frühstücks.
Der Kaffeeduft und die frischen dänischen Brötchen weckten auch die letzten von uns.
Rasmus hatte seine Kräfte bereits am Vortag aufgebraucht, wir mussten daher bis 18.00 Uhr mit wenig Wind und gelegentlichem Motoreinsatz auskommen.
Zur Schonung unserer Lebensmittelvorräte angelte unser Skipper Dirk mal schnell 3 Dorsche vor den Kreidefelsen von Møn. Die Zubereitung übernahm er dankenswerter Weise auch selbst, der Geschmack war hervorragend! Ein besonderer Dank an Ulrike für ihre Senfsosse!
Ab 18.00 frischte der Wind auf Stärke 3 aus West auf, perfekt zum Überqueren der Faksebucht in Richtung Sund/Kopenhagen.
In der Nacht werden wir durch den Sund in Richtung Norden unsere Fahrt fortsetzen.

 
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Datum des Standortes: 29.04.2007
Uhrzeit: 04:05:28
Breite: 54° 57,269′ N
Länge: 012° 27,780′ E
Kurs: 0 °
Geschwindigkeit: 0 Kn
Mitteilung: Samstag 28.04: 10.00 Uhr Schiffsübernahme von unserem Vercharterer in Rostock Gehlsdorf.
Gegen 16.30 machten wir vor Warnemünde unsere obligatorischen Manöver, um das Schiff und seine Eigenheiten kennenzulernen.
Mit Wind NE 5-7 und 1,5m See ging es danach in Richtung Klintholm. Der Wind kam aus unserer Zielrichtung, deshalb mussten wir vielfach kreuzen und kamen anfänglich nicht besonders gut voran.
Auf der Schiffsautobahn, der Kadetrinne war viel Verkehr, mit äusserster Vorsicht und Umsicht passieren wir sie gegen 00.15 Uhr. Tanker, Fähren und KüMoīs sind recht schnell und im Mondschein ist ausser der Lichterführung nicht viel von ihnen zu sehen. Ob die uns in den hohen Wellen sehen...?
Der Seegang beutelte uns doch sehr auf diesem Amwindkurs, selbst in der Nacht gab es nicht weniger Welle und so manche ging komplett übers Deck während sich der Bug in die nächste Welle bohrte.
Leider machten den Mägen einiger Crewmitglieder die Auswirkungen des Wellengangs bei Aufenthalt unter Deck sehr zu schaffen - auch Fische müssen gefüttert werden!
Unser Nachttörn endete gegen 4.00 Uhr morgens im Klintholmer Hafen, das Anlegerbier in der Morgendämmerung schmeckte dann doch wieder allen.


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