Selbstversorgung im Clubhaus ?

In der letzten Zeit kursiert im Verein der Wunsch, dass Mitglieder im Bootshaus die Gelegenheit bekommen, kostengünstig Speisen und Getränke zu sich nehmen. Dabei wird nicht eindeutig benannt, wie man sich die Sache vorstellt.
Um es kurz und knapp auf den Punkt zu bringen:
Derartige Forderungen verstoßen gegen die durch die Mitgliederversammlung im Jahr 2001 bestätigten Regelungen zum Vertragsverhältnis zwischen Pächter und Verein. Diese Regelungen hatte der Vorstand der Mitgliederversammlung vorgestellt. Einwände wurden an diesem Tag von Niemand vorgebracht. Aufgabe des Vorstandes ist es, den Willen der Mitgliederversammlung umzusetzen. Als einzige Ausnahme wurde seither die Errichtung eines Grillplatzes für die private Verköstigung vorgenommen.
Wenn Mitglieder weitergehende Änderungen an den bisherigen Verfahrensregelungen wünschen, dann können sie in der Mitgliederversammlung 2006 entsprechende Anträge stellen. Im Übrigen basiert die aktuelle und demnächst vorgestellte Nutzungsordnung für Clubraum auf der derzeitigen Praxis.
Im Folgenden seien noch einmal zur Erinnerung die zwei wichtigsten Gründe für die Haltung des Vorstandes dargestellt.
  • Dem Pächter der Gaststätte kann keine überdurchschnittlich hohe Pacht abverlangt werden, wenn im Nebenraum "Konkurrenz" zugelassen wird. Der Verein würde mit einer derartigen Maßnahme die wirtschaftliche Existenz des Pächters grob fahrlässig gefährden und dem Verein einen hohen wirtschaftlichen Schaden zufügen. Als Folge könnte eine nicht unwesentliche Beitragserhöhung für unsere Mitglieder notwendig werden. Eine gute und berechenbare finanzielle Situation ist für den Verein wichtiger, als einzelnen Mitgliedern geringe finanzielle Erleichterungen zu verschaffen. Der Vorstand muss die Gesamtinteressen des Vereins wahrnehmen.
  • Für die Selbstversorgung im Bootshaus gibt es keine geeignete Ausstattungsgrundlage am oder im Clubraum (z.B. Küche mit Wasser und Abwasserleitung). Es kann durch Nutzer nicht sichergestellt werden, dass Verunreinigungen durch eigene Speisen und Getränke sofort und ordnungsgemäß beseitigt werden.
Sollte ein neuer Mitgliederbeschluss mit dem Ziel einer Änderung des Pachtvertrages zu Stande kommen, wäre er auch nur dann zu realisieren, wenn die vertragliche Grundlage mit dem Pächter neu verhandelt werden kann. Dem Pächter wurden im Pachtvertrag entsprechende Privilegien zum Schutz seiner wirtschaftlichen Interessen eingeräumt. Dieser Vertrag hat rechtlichen Vorrang und kann nur mit einvernehmlicher Zustimmung der Vertragspartner geändert werden.
Schließlich weisen wir auf die Erfahrungen des Vereins hin, die es mit den Betreibern der Gaststätte vor 1990 gab.
Im Übrigen kann man sich die vielfach chaotischen Folgen einer anderen vertraglichen Praxis zwischen Gaststättenpächtern und Vereinen bundesweit bei anderen Vereinen ansehen. In der Branche gelten derartige Pachtverhältnisse als hoch problematisch. Dank unseres guten und eindeutigen Vertrages hat der Vorstand mit unserem Pächter keine Probleme. Aus diesem Grund haben bereits andere Schweriner Vereine an den Grundzügen dieses Vertragsmusters ihr Interesse bekundet und wesentliche Teile davon übernommen.
Dirk Kaiser und Bernhard Kaatz

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